spirit of adventure

in South Africa

23Dezember
2014

Weihnachten in Afrika ist nicht richtig Weihnachten

Hallo ihr Lieben,

lang ist es her nach unserm letzten Eintrag aber wirklich viel Aufregendes ist seitdem auch nicht passiert…

Morgen ist Weihnachten, aber bei uns weihnachtet es irgendwie gar nicht. Bis letzten Freitag haben wir, wie ihr wisst, jeden Tag fleißig gearbeitet und sobald wir abends nach Hause gekommen sind, haben wir hauptsächlich NUR geplant und unsere Reisen organisiert. Puh, das war anstrengend und viel Arbeit - aber das meiste ist fertig. Hier gibt es weder Glühwein noch Weihnachtsmärkte und es ist so heiß, dass wir am liebsten jeden Tag am Strand liegen möchten – aber das geht leider nicht.



An dem Freitag vor unserer letzten Arbeitswoche (12.12.) haben wir schon um 15 Uhr Feierabend gemacht und sind von der Arbeit aus bis nach Kirstenbosch in den Botanischen Garten gewandert. Unsere Arbeitskollegen sagten uns, dass die Wanderung „einfach“ sei. Die erste Zeit würde es zwar etwas bergauf gehen, danach würde man jedoch die ganze Zeit nur geradeaus durch den Wald spazieren. Mit einer ausgiebigen Pause sollte die Wanderung höchstens 3 Stunden dauern. Dementsprechend haben wir uns alle gewundert, als sich unsere Arbeitskollegen in die sportlichsten Sportklamotten geworfen und sich die Wanderschuhe umgeschnallt haben – wir hatten unsere normale Arbeitskleidung an… Nach einem Gruppenphoto mit ca. 60 Leuten (müssen wir noch besorgen!) begann die Wanderung. Und natürlich haben wir einen anderen Weg als geplant eingeschlagen und kletterten den hohen Devils Peak hinauf und herunter. Es ging Mal wieder durchs Gestrüpp, an Bächen und hohen Bäumen vorbei und das mit einer Gruppe von 60 Leuten - Respekt. Zwischendurch haben wir uns alle zusammengesetzt und Chips, Wein und Bier genossen. Dementsprechend hat der Hike anstatt 3 geplanten Stunden fast 6 Stunden gedauert und wir haben es gerade so geschafft, vor Einbruch der Dunkelheit an unserem Ziel anzukommen.

   

Ziel war das Restaurant im Botanischen Garten. Es wurde ein 4-Gänge-Menü spendiert und wir aßen das erste Mal Kudu – das ist hier die größte Antilope (sehr zartes Fleisch). Es war ein wirklich schöner Abend, mit unseren Arbeitskollegen draußen bei Kerzenschein das Dinner zu genießen, ausgelassen zu Quatschen, gemeinsam den guten Wein zu trinken und einmal nicht über die Arbeit nachzudenken .

Da viele Mitbewohner über Weihnachten unser Haus verlassen, haben wir beschlossen, ein Weihnachts-Abschieds-Essen zu organisieren. Somit saßen wir am 14.12. mit ungefähr 18 Leuten an unserem verlängerten Küchentisch und haben unser 3 Gänge Menü genossen, welches den ganzen Tag über zubereitet wurde. Es gab zunächst eine Käseplatte, dann verschiedene Salate mit Lammkeule und Kartoffen, und zum Nachtisch eine Joghurt-Creme mit Kekskrümmeln und Beeren. Hmm, das hat geschmeckt!

Letzten Donnerstag kam Kevin (Theresas Freund) mit einem verspäteten Flug endlich in Kapstadt an – yeah, unser erster Besucher . Am Abend war die Überraschungsparty ("Houseparty"), die unser Unternehmen für einen der SAT-Gründer zum 70. Geburtstag organisiert hat, Pia und Nicole sind mit einigen Arbeitskollegen hingefahren. Die Party fand mit ca. 40 Leuten in einer der schönsten Häuser statt, in dem wir je gewesen waren (das von unserm Oberchef). Das Haus war am Devils Peak gelegen, mit Aussicht auf den Lion’s Head und Tafelberg und man sah sogar das Meer. Der Garten ist 3-stöckig, hatte einen Pool und es gab eine Live-Band und es wurden viele Leckereien zu essen serviert. An der Wein- und Bierbar konnte man sich immer wieder Nachschub holen .

 

Am Tag danach war dann der letzte Arbeitstag für alle, da das Unternehmen für 3 Wochen schließt und Weihnachtsferien macht. Alle hatten einen Kater und waren müde und wir haben morgens quasi nur auf die Mittagspause gewartet, und am Nachmittag nur auf den Feierabend . In der Mittagspause waren wir noch mit 15 Leuten Burger essen – das hat zwar fast 3 Stunden gedauert, aber das hat am letzten Arbeitstag auch keinen interessiert und der Chef hat es auch nicht mitbekommen. Unsere Kollegen haben untereinander gewichtelt und am Nachmittag deren Geschenke ausgetauscht. Dabei gab es Champagner für alle und wir drei haben ein wundervolles Abschiedsgeschenk bekommen . Es ist ein Ring, aus demselben Material aus dem unsere Stents hergestellt werden und unser Name und der Name des Unternehmens ist mit unserer Laserschneidemaschine eingraviert worden. Außerdem haben wir ein stylisches Afrika-T-Shirt mit einem pinken Elefanten bekommen und Pralinen, yeah!! Im Großen und Ganzen war es ein sehr schöner Abschied - wenn auch sehr emotional für alle. Wir haben uns so auf diesen Tag gefreut, „der letzte Arbeitstag, danach haben wir Zeit für uns und die große Reise beginnt“, und wir hätten nie gedacht, dass uns der Abschied so schwer fällt, aber unsere Arbeitskollegen sind uns in den 4 Monaten so sehr ans Herz gewachsen . Zum Abschied haben wir noch ein schickes Foto für unsere Uni gemacht (bezahlte Schleichwerbung )!

Nach dem emotionalen Abschied schauen wir jetzt voller Euphorie in die Zukunft. Nach einem ausgiebigen Weihnachtshopping, haben Pia und Nicole die letzten Tage damit verbracht, im Schatten unseres Avocadobaums auf der Terrasse unseren englischen Bericht für die Uni zu schreiben, Theresa genießt die gemeinsame Zeit mit Kevin. Gestern waren wir alle zusammen lecker Sushi- und chinesisch essen . Heiligabend werden wir dieses Jahr wohl das erste Mal ohne richtigen Weihnachtsbaum und ohne Weihnachtsplätzchen verbringen – denn das grüne Plastikgestrüpp, welches in unserem Wohnzimmer steht, kann man kaum als Baum bezeichnen…! Außerdem blinkt er wie verrückt in den verschiedensten bunten Farben, sodass wir die Lichterkette lieber auslassen werden. Das ist irgendwie traurig aber die Afrikaner feiern Weihnachten irgendwie anders. Hier konnte man weder einen Adventskranz, noch einen Adventskalender kaufen . Weihnachten ist also nicht richtig Weihnachten - und wir vermissen das Weihnachten, wie man es in Deutschland feiert!!!

An Heiligabend werden wir mit ein paar deutschen Mädels und zwei Mitbewohnern zunächst den Vormittag am Strand verbringen und die afrikanische Sonne und das eiskalte atlantische Wasser genießen und zum Abend hin einen richtig fetten Braai machen. Momentan hat das Wasser weniger als 10 Grad und die Haut brennt richtig sobald man es berührt und manchmal stockt der Atem - das kann nicht gesund sein, ist dennoch sehr erfrischend zwischendurch und muss sein. Das Wellenreiten bei diesen Riesenwellen hier macht sooo Bock! Wann und wo erlebt man sowas sonst an Weihnachten? Das ist so verrückt alles hier.

So, das war es auch erstmal wieder von uns. Wir wünschen euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest, in Gedanken sind wir bei euch.

Also, frohe Weihnachten !!!

und für die besinnliche Zeit gibt es ein rotes Herz voller Liebe       

07Dezember
2014

Heißes Afrika :)

Hallo liebe Leser

diese Woche war mal wieder sehr aufregend. Am Freitag haben wir nach einem erneuten Stromausfall auf der Arbeit ein Sushi-Restaurant besucht, das bei uns um die Ecke neu eröffnet hat. Da die Auswahl so groß war und wir uns nicht entscheiden konnten, haben wir uns für das Buffet entschieden. Es gab ALLES was man sich nur vorstellen kann an Sushi und Thai-Essen und man konnte alles frisch aus der Karte bestellen – ohne Limit. So probierten wir uns durch von gebratenen Nudeln, über gebackenes Gemüse und Hähnchen bis hin zu Krabben und Sushi –delicious. Und das alles für gerade mal 8.40 Euro . Am Abend war die Bowden-Hausparty bei den Holländern im Haus, auch direkt bei uns um die Ecke. Wir feierten mit gut 40 Leuten, die auch hauptsächlich von Magister sind, draußen auf deren kleinen Terrasse. Danach sind einige noch auf die Long-Street gefahren, natürlich wieder ins Dubliner, da freitags dort immer eine Live-Band spielt, die es echt drauf hat .

Eigentlich wollten wir uns endlich mal für das Wochenende und die kommenden 4 Wochen, bis die große Reise losgeht, ein Auto mieten, um etwas flexibler zu sein. Aber dadurch, dass wir momentan kein Internet in unserem Haus haben und auch dauernd der Strom ausgeschaltet wird (Südafrika muss ja schließlich Strom sparen), haben wir es leider nicht geschafft es zu organisieren! Aber vielleicht ja für das nächste Wochenende…

Dennoch ist unsere Überredenskunst groß genug gewesen und wir konnten 2 Mitbewohner überzeugen, mit uns zum weiter entfernten Bloubergstrand-Beach zu fahren. Dieser Strand ist einer der größten, auf denen wir bisher waren. Er liegt zwischen Big Bay und dem Table View Beach, aber überall am Strand ist der Tafelberg in voller Länge super zu erkennen. Zunächst haben wir uns in den abschüssigen Sand gelegt und den vielen Kite-Surfern zugesehen, wie sie förmlich über die Wellen flogen. An diesem Tag war ein Kite-Surf-Wettbewerb, so dass alle Kite-Surfer echt ziemlich gut waren und auch viele „Stunts“ gezeigt haben.

 

Die Wellen sind ja sonst auch schon immer groß, aber dort waren sie einfach gigantisch und riesig. Das hat die Jungs trotzdem nicht davon abgehalten, surfen zu gehen, (wir wollten nach der letzten Nacht einfach nur den Strand, die Sonne und die Ruhe genießen ). Und da wir an dem Kite-Surfing Strand waren, mussten wir zu dem Surferstrand Big Bay umziehen. Dort gab es bedauerlicherweise viel mehr Touristen, eine laute Live-Musik und nur einen Matsch-Sandstrand. Also lagen wir auf der Wiese neben dem Meer und haben dort (mit dem Schlagzeug im Hintergrund) leider nicht mehr unsere Ruhe genießen können. Dann haben wir den Entschluss gefasst, uns auch im Wasser abkühlen zu gehen. Leider ist dort der Atlantik noch mal um ein paar Grad kälter (vielleicht 12°C?!) und die Haut in den ersten Minuten hat richtig gebrannt. Nach einer gefühlten halben Stunde und mit viel Quietschen, haben wir es dann aber auch geschafft durch die erste Welle zu tauchen. Das ersehnte Wellen-Body-Reiten war jedoch bei diesen Monsterwellen nicht möglich .

Nachdem wir uns von der Sonne trocknen lassen haben und die Jungs mit dem Surfen fertig waren, sind wir noch in ein Café gegangen und haben dort zwei andere Mitbewohnerinnen getroffen. Der Cocktail für 2.10 Euro, dank Happy Hour, war sehr erfrischend und dann ging es aber schon wieder nach Hause.

An diesem Tag wurde in Südafrika auch mal wieder Strom gespart und dieses Mal sogar für 5 Stunden der Strom abgestellt – klar, warum auch nicht?! Das heißt, als wir nach Hause kamen, gab es weder Licht, noch konnten wir uns was kochen oder ähnliches. Theresa, die leider kein Fenster und so auch kein Tageslicht in ihrem Bad hat, musste mit Taschenlampe duschen und sich mit ihrer Headlampe schminken . Da wir hungrig waren und nichts kochen konnten, blieb Pia und Nicole keine andere Wahl, als mal wieder Essen zu gehen - Theresa hat ihren kühlschrankkalten Auflauf genossen. Da unser Lieblings-Sushi&Thai-Restaurant jeden Tag echt günstige Spezialgerichte anbietet, haben wir mal wieder dort gegessen. Da auch dort der Strom ausgefallen war, war die Atmosphäre bei ca. 30 aufgestellten Kerzen und einer sich nicht drehen Sushi-Rollplatte eine ganz besondere und es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Das Essen konnten sie mit ihrem Gasherd trotzdem warm machen .

Am Abend sind wir mit dem Taxi zum Clifton 4th Beach gefahren, da dort ein Open-Air-Cinema angesagt war. Dort wurde eine Leinwand aufgebaut, auf der verschiedene Surf-Klips abgespielt wurden, da in Kapstadt zur Zeit das Wavescape-Festival stattfindet. Als wir eine Stunde vor Beginn ankamen, saß bereits eine riesen Menschenmasse um eine verhältnismäßig kleine Leinwand herum, also quetschen wir uns irgendwo dazwischen und genossen, wie alle anderen, ein Gläschen Wein. Die Videos waren ganz cool, aber besonders viel konnten wir weder sehen noch hören, da es dort sehr laut war. Eine weitere Besonderheit an diesem Tag war mal wieder der Vollmond. Also konnten wir neben den Surffilmen die tanzenden Taschenlampen auf dem Lion’s Head sehen und schließlich auch den riesigen Vollmond, der hinter dem Berg in voller Größe aufgegangen ist . Alles in einem, war es ein schöner Abend, wenn es auch etwas frisch am Meer war….

Am Sonntag klingelte der Wecker früher als wenn wir zur Arbeit müssen. Um halb 8 wurden wir vor Annikas Haus von unserem persönlichen Minibus-Taxi abgeholt und auf ging es zum SANDBOARDING . Nach einer halben Stunde Fahrt sind wir in Atlantis bei den super großen Dünen angekommen, wo der Spaß beginnen konnte. Nach einer kurzen Einweisung ging es auch schon los. Wir waren alle heilfroh, dass wir den ersten möglichen Termin genommen haben, da es um 9 Uhr morgens schon über 30 Grad waren. Es gab auch keinen Lift oder ähnliches, wie man es aus dem Skiurlaub gewohnt ist, sondern einfach nur die Dünen. Man musste nach jeder Rutschpartie also wieder hochlaufen, was bei der Hitze, der Steigung und dem Sand, in dem man versunken ist, sehr schweißtreibend war. Die Snowboarder unter uns haben sich zuerst getraut, jedoch auch schnell gemerkt, dass Sandboarding nicht mit Snowboarding vergleichbar ist: Der Widerstand unter dem Board ist viel größer als beim Schnee und Kurven konnte man auch nicht wirklich fahren, ohne sich im Sand zu verkanten und zu fallen. Und da der Sand überall am Körper klebte, wollte man so wenig fallen wie möglich - das war nur leider nicht immer möglich (Zitat: „Ich habe schon Matsche auf meinem Körper, weil ich so schwitze!“). Manchmal wurde man so schnell, dass man sich extra fallen gelassen hat, andere sind eher unfreiwilliger mit dem Kopf zuerst in den Sand gefallen . Wir hatten neben den Boards, in die man sich übrigens barfuß angeschnallt hat, auch einige „Schlitten“ bzw. einfach etwas größere Bords ohne Bindung. Auf diesen sind wir dann auch zu zweit den Berg runtergerutscht, was gar nicht so einfach war und die wenigsten heile unten angekommen sind.

Nach ca. 2 Stunden durch den Sand laufen und runterfahren bzw. -rutschen bzw. -rollen war der Sand auch schon so heiß, dass er unter den Füßen brannte. Alle Wasserflaschen waren leer getrunken und wirklich Kraft, um ein weiteres Mal hochzulaufen hatte auch kaum einer mehr. Also waren wir ganz froh, als es dann wieder Richtung Heimat ging, natürlich mit einem Zwischenstopp an der ersten Tankstelle, um kühle Erfrischungsgetränke zu kaufen. Den Rest des Tages haben wir zu Hause verbracht, mit unseren Mitbewohnern Fern gesehen, gekocht und gegessen und unsere spätere Reise versucht zu planen – nur wieder mal ohne Internet .

Kurz nebenbei zur Info: Wir müssen nur noch 2 Wochen arbeiten. Dann ist unser Praktikum vooorbeiiiiii !!!!!!

Eine schöne Woche und bis bald .

♥ 

03Dezember
2014

Bunte Vielfalt Kapstadts

Am Mittwoch waren wir mit den Magister Mädels, die auch im Observatory wohnen, zum Dinner verabredet. Unser Ziel war das Gypsy Café, wo die Menü Karte monatlich wechselt, versehen mit einem internationalen Flair, denn jeden Monat besteht die Karte aus Gerichten eines bestimmten Landes. Leider, leider schließt der Besitzer sein Restaurant diesen Monat, um eine Bäckerei zu eröffnen. Auf die Frage warum er das macht, meinte er nur „das Leben geht weiter“. Wirklich schade, um das kleine Café, aber gut für uns, denn in den letzten Wochen vor der Schließung, gibt es noch  einmal die besten und beliebtesten Gerichte, die ihren Ursprung auf der ganzen Welt haben.

Da es dort keine Speisekarte gab, zählte der Besitzer alle Speisen auswendig auf. Er begann mit der Vorspeise, er beschreib die Gerichte mit so viel Hingabe und so vielen Einzelheiten, aber leider viel zu schnell. Außerdem hatten wir auch einige Probleme ihn zu verstehen, da wir die landestypischen Gerichte nicht kannten und daher nicht wussten, wovon er sprach. Auf Nachfrage erklärte er es uns noch mal, was es aber nicht viel einfacher machte. So ging es dann auch mit dem Hauptgericht weiter, die Gerichte kamen unter anderem aus Russland, den Philippinen, aus Sansibar und aus Westafrika. Es war echt schwer zuzuhören, gleichzeitig es im Kopf zu übersetzen und es sich dann auch noch zu merken. Im Endeffekt bestellte jeder, was einem noch im Kopf hängen geblieben war. Das Cafe ist super süß und gemütlich eingerichtet und das Essen war auch super lecker. Hier haben wir auch die besten Pommes bis jetzt gegessen (sonst sind die immer wabbelig und quasi noch roh).

 

Manche gönnten sich noch einen Nachtisch, der auch super gut war. Es war ein total schöner Abend, jedoch wurden wir mal wieder daran erinnert, wie unberechenbar das Wetter hier in Kapstadt ist. Als wir die Tür aufmachten, um nach Hausezu gehen, schüttete es wie aus Eimern, schnell verabschiedeten wir uns und rannten dann durch den Regen.

 

Recht untypisch für unsere Freitage wussten wir ziemlich lange nicht, was wir unternehmen sollten. Die nächsten Tage war schon viel geplant und ohne Auto ist man abends dann doch recht unflexibel, da wir dann die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr nutzen wollen und Taxi auf Dauer auch zu teuer wird. Nach der Arbeit zu Hause angekommen, bot sich unser Mitbewohner Q an, mit uns zum Hout Bay Market zu fahren. Als unsere Mitbewohnerin KC das mitbekam, wollte sie uns auch unbedingt begleiten, sie packte noch schnell eine Weinflasche in ihre Handtasche („Ich hab doch meinen eigenen Wein, wieso soll ich mir da welchen kaufen?“) und los ging es.

  

Leider kamen wir erst sehr spät an, so dass wir nur kurz stöbern konnten und uns dann auf den Weg zum Food Market machten. Wir probierten uns durch und sind dann zu dem Entschluss gekommen unseren Fleischhunger zu bekämpfen, da wir hier nur sehr selten Fleisch essen. Die Live-Band war mal wieder super, aber hat viel zu früh aufgehört (21 Uhr). Wieder in Obs angekommen, machten wir uns noch mit ein paar Mitbewohnern auf den Weg ins Stones zum Pool spielen.

 

Am Samstagmorgen zog es Pia und Nicole zum Adidas Store, jedoch war es dort so voll, dass sie bereits in der Warteschlange einen Sonnenbrand bekommen haben. Nachdem sie mit ihren erbeuteten Schuhen wieder zurückkamen, machten wir uns zusammen auf den Weg zum Craft Market an der Waterfront. Hier gibt es nur selbstgemachte Sachen und das Angebot ist ziemlich weit gefächert von Sandalen, die man sich selbst zusammen stellen kann, über Schmuck, Bilder, Anziehsachen, Lampen bis hin zu Schüsseln und Töpfen. Der Hunger trieb uns dann zum danebengelegenen Food Market, wo wir uns erstmals viel Zeit nahmen und uns überall durch probierten. Nicole gönnte sich am Salami Stand den Restzipfel von einer dicken Wurst. Am Stand, wo man gebrannte Nüsse kaufen konnte, hat sie dann überwältigt vom Geschmack in voller Euphorie alle Probierstäbchen durch die Luft gewirbelt. Die Verkäuferin nahm es aber mit Humor und hat mit uns gelacht. Als wir draußen in der Sonne unsere ergatterten Köstlichkeiten verschlungen, bemerkten wir auf einmal, dass neben uns am Tisch Alexandra Neldel, die deutsche Schauspielern von Verliebt in Berlin, saß. Sie war total unscheinbar mit ein paar Leuten dort und genoss ebenfalls ihr Essen, wir wollten sie dann auch nicht stören.

  

Gegen Abend fuhren wir zum Amadoda Braai in Woodstock, dort hat ein Freund von uns im Rahmen seines Praktikums eine African Night organisiert. Es wurde gegrillt und südafrikanische DJs legten ihre Platten auf. Es war eine entspannte und gemütliche Atmosphäre und die Musik war wirklich gut, ein Teil machte sich anschließend noch auf den Weg zur Long Street, es ging mal wieder ins Dubliner. Jedoch ließ das Taxi eine Stunde auf sich warten, was ziemlich nervig war.

   

Am Sonntag machten wir uns aufgrund des super Wetters schon früh auf den Weg zum Strand. Es gibt Schlimmeres als den 1. Advent am Strand zu verbringen, oder? Dieses Mal ging es wieder nach Camps Bay, da dorthin die Minibus-Verbindung besser ist. Es war eigentlich ziemlich windstill, trotzdem waren wie Wellen wahnsinnig hoch, so dass man von ihnen umgehauen wurde und bis an den Strand gespült wurde, wenn man nicht aufgepasst hat.

 

Am Nachmittag ging es schnell Nachhause, duschen, essen, fertig machen, Taxi anrufen und los ging es zum Shimmys Beach Club. Es war der Start einer Partyreihe, die nun einige Sonntag hintereinander stattfindet. Ein Modellhelikopter flog vorher schon mehrmals mit einem Banner am Strand entlang, der die Party ankündigte. Am Beach Club angekommen waren wir überwältigt wie schön und edel dieser eingerichtet war. Er liegt direkt am Hafen und man kann im Pool liegend aufs Meer schauen.

  

Auf einmal schwammen 6 Delfine direkt vor dem Beach Club her und sprangen mehrmals aus dem Wasser und das während die Sonne langsam unterging. Wie im Film  !

   

So langsam kam die Party in die Gänge als Wankelmut um 6 Uhr aufgelegt hat und besonders Goldfish war der Hammer, das südafrikanische DJ Duo mixt südafrikanische elektronische Klänge mit Livemusik mit Saxophon, Querflöte, Keyboard…!

Doch irgendwann mussten wir uns auf den Weg nach Hause machen, da am nächsten Tag schon wieder Montag war. Wir teilten uns mit den Obs-Mädels ein Taxi, in dem wir tolle „Riechstöckchen“ in einer Plastiktüte entdeckten. Jeder wollte unbedingt ein paar Mal dran riechen, da der Duft so toll war, der das ganze Taxi einhüllte .

Am Montag waren total müde auf der Arbeit, haben uns tapfer durch das zweistündige Meeting gekämpft und waren froh abends endlich im Bett zu liegen !

Am Mittwoch waren wir mit einigen Mädels im Rafikis, eine Restaurantbar das bei den Capetonians besonders beliebt und bekannt ist für das gute Essen. Es liegt auf der Kloofstreet die sehr nah an dem Tafelberg und dem Signal Hill ist. Man hat direkte Sicht auf den Signal Hill und das wilde Treiben in der Innenstadt. Wir sind zuvor einige Male an dieser Restaurantbar vorbei gefahren und immer sah es sehr gut besucht aus und wir nahmen uns jedes mal vor endlich auch einmal dort hinzugehen.

 

Am Mittwoch war es dann endlich so weit, wir hatten auf der Terasse mit einer super Aussicht einen Tisch für 15 Leute reserviert. Jedoch merkten wir schnell, wie unfreundlich und gestresst der Kellner war, der für uns zuständig war. Wir mussten ewig warten, auch wenn er mal nur kurz einen Stift holen wollte. Aber vielleicht musste dieser Stift ja auch zuerst hergestellt werden.  

Mittwochs ist im Rafikis immer Mexican Night, das heißt, jedes mexikanische Gericht gibt es zum halben Preis. Eine Freundin wollte statt einer Chilli Soße eine Sour Cream Soße in ihrem Burrito und der Kellner raunzte sie nur an " Du weißt schon, dass mexikanisches Essen scharf ist, bestell halt was anderes!". Als das Essen dann jedoch nach einer gefühlten Ewigkeit kam, war es kalt und nicht besonders gut. Da ist das Essen im mexikanischen Restaurant Panchos in Obs tausend mal besser. Das Rafikis hat uns also echt enttäuscht und unsere Erwartungen nicht getroffen.

23November
2014

Sportliches Wochenende

Halli hallo 

Am Freitag, der Tag, der das lang ersehnte Wochenende einleitete, haben wir mal wieder gemerkt, dass wir im fernen Südafrika sind. Ab halb drei am Nachmittag gab es nämlich keinen Strom mehr und wir standen in dunklen Laboren, da sie keine Fenster haben. Deshalb trudelten alle Arbeitskollegen so langsam im großen Büro ein und ließen die Arbeit liegen. Sie erklärten uns, dass der Strom abgestellt wurde, da Strom gespart werden muss. In Südafrika wird nämlich zu wenig Strom produziert, sodass der Strom ab und zu einfach mal für einige Stunden abgestellt wird. Das Internet (unser treuer Freund und Helfer ) ist an einem Notstrom angeschlossen und funktionierte einwandfrei, sodass wir Freunden von unserer dunklen Lage berichten konnten. Unsere Arbeitskollegen machten sich über unser Entsetzen lustig und zogen uns ein wenig auf (Zitat: „No electricity! South Africa sucks!“). Obwohl also zu wenig Strom produziert wird und die Einwohner ab und zu mal im Dunkeln sitzen, wird trotzdem Strom in die Nachbarländer exportiert. Naja irgendwie muss ja auch Geld in die Staatskasse fließen und uns hat es zu einem früheren Feierabend verholfen. Nachdem wir nämlich fast eine Stunde mit unseren Arbeitskollegen über verschiedene Themen wie Musik und Biersorten gequatscht und ein bisschen Karaoke gesungen hatten, haben wir uns dem STROM angeschlossen, der langsam das Bürogebäude verließ. Nur unser Chef, der in einem Meeting saß, wusste nichts davon und sah uns nur durch eine milchige Scheibe davonhuschen .

An diesem Tag war der letzte Arbeitstag von einem Praktikanten, Walter aus den USA, und er hatte zu einer gemütlichen Runde in einem „Restaurant“ eingeladen, dem Wembley Tap. Zumindest dachten wir, dass es ein Restaurant ist, in dem wir schon mal gegessen haben und wir freuten uns schon auf das gute Essen, dass wir beim letzten Mal dort genossen haben (deswegen haben wir extra wenig zu Mittag gegessen). Dort angekommen merkten wir jedoch, dass wir einen kleinen Namensdreher hatten und an einem ganz anderen Ort waren. Das gedachte Restaurant stellte sich als eine Bierbar heraus, in der es NUR Bier gab - und was für eine Auswahl . Hinter der Theke gab es rund 20 Zapfhähne, das unser Herz höher schlagen ließ.

Nur das so sehr erhoffte Essen gab es nicht, denn die Bar hatte sich ausschließlich auf Bier konzentriert und so fingen wir an mit unseren Arbeitskollegen auf nüchternen Magen zu trinken – und natürlich große Biere, wir sind ja Deutsche, die dürfen keine kleinen Biere trinken… Die Namen von den Biersorten klangen sehr exotisch, wie „spicy mulled cider“. All diese Biersorten hatten wir noch nie zuvor gekostet und wussten nicht, welches wir bestellen sollten - aber kein Problem, denn in kleinen Gläsern konnte man vor dem Bestellen jedes Bier probieren . Es war eine sehr gemütliche Runde und auch unser Chef kam um kurz nach fünf (er hatte fleißig bis zum bitteren Ende weitergearbeitet). Der Praktikant Walter bekam von den Arbeitskollegen ein Trikot auf dem sein Name stand und eine Karte auf der alle etwas Nettes geschrieben hatten. Auf dieser Karte war ein Foto geklebt, über dessen Echtheitsgrad erstmal gestritten wurde. Walter kommt nämlich aus Kansas und auf dem Bild ritt er im Stehen auf zwei Pferden gleichzeitig. Das konnte keiner so wirklich glauben, erst recht nicht nach den schönen Geigenstücken, die er der Firma am Nachmittag vorgespielt hatte. Naja, das Foto stellte sich als echt heraus und wir mussten hinnehmen, dass die Amerikaner manchmal etwas anders ticken.

Um sieben löste sich die Runde langsam auf, aber ein paar Arbeitskollegen luden uns noch zu einem späteren Poolspiel ein. Obwohl wir ihnen erklärten, dass sich die Spiellänge mit uns verdoppeln würde, ließen sie sich diese Idee nicht mehr ausschlagen. Also fuhren wir nach Hause und mussten erstmal dringend etwas essen. Das Bier auf den nüchternen Magen ging nämlich nicht ganz spurlos an uns vorbei. Nach dem wir schnell einen Nudelauflauf, der gefühlt nur aus Nudeln und Käse bestand, gefuttert hatten, gingen wir also zur Poolbar und unterstützten unsere Kollegen tatkräftig. Nach zwei Runden, in denen wir uns so mäßig geschlagen hatten machten wir uns auf nach Hause, denn am nächsten Tag ging es schon „früh“ los.

 

Am Samstag machten wir mit einigen Magisterleuten eine Canopy- Tour. Bei einer CanopyTour schwebt man über die Kronen der Bäume und Schluchten entlang eines Drahtseils und genießt die Welt aus der Vogelperspektive. Wir freuten uns alle tierisch auf diese Tour und fuhren morgens um 11 Uhr los, um pünktlich da zu sein. Es war abgemacht, dass man sich eine halbe Stunde früher trifft, aber wie erwartet waren wir die einzigen, die das ernst nahmen. Wir warteten also über eine halbe Stunde und gegen 13 Uhr, als die Tour eigentlich schon starten sollte, kam auch der Rest. Zuerst bekamen wir eine Einweisung, wie man sich an das Drahtseil befestigt und bremst. Als wir unterschreiben mussten, dass die Tour auf eigene Gefahr ist und noch zwei weitere Personen als Zeugen dieses bestätigen mussten, wurde uns doch etwas mulmig. Aber einen Rückzieher gab es nicht mehr und nach dem dritten Toilettengang (auf der dreistündigen Tour gab es nämlich keine Gelegenheit) steckten wir auch schon in unseren Sicherheitsgurten mit so vielen Seilen und Karabinerhaken, hatten einen Helm auf dem Kopf und dicken Lederhandschuhen an – bei 30 °C genau das richtige.

Diesen Helm brauchten wir auch, aber nicht für die Tour selbst, sondern eher für die Fahrt auf den Berg. Wir saßen alle in einem ganz großen Jeep, der an ein Safariauto erinnerte und fuhren eine sehr holprige und steinige Straße hinauf. Während dieser Fahrt wurden wir, wie auf einer Achterbahn, ganz schön durchgeschüttelt und flogen durch die Luft. Ab und zu flitschten auch mal ein paar Äste in das offene Safariauto . Wir waren also sehr froh, als wir heil oben angekommen waren und dachten uns, dass es eh nicht mehr schlimmer werden kann.

 

Auf der ersten Plattform wurde uns nochmal erklärt, wie wir uns befestigen und dann flog einer nach dem anderen über die Schlucht zur nächsten Plattform. Bei dem ersten Mal war es ein Nervenkitzel sich von der Plattform zu lösen, doch nach und nach verlor man die Angst mehr und mehr und konnte das Fliegen einfach nur genießen . Nur das mit dem Bremsen war leichter gesagt als getan. Man trug diese dicken Lederhandschuhe, und eine Hand sollte das Drahtseil HINTER der Rolle immer umfassen, damit man bremsen kann und nicht seine eigene Hand überrollt. Manchmal bremste man jedoch zu stark, so dass man schon kurz vor der Plattform zum Stehen kam. Doch das war kein Problem, denn dann kam ein Tour-Guide, der Retter in der Not, befestigte einen an sich und schleppte einen sprichwörtlich ab . Andere Male hingegen bremste man zu wenig, sodass man der Steinwand gefährlich nah kam. Alles in allem haben wir die Tour aber sehr genossen und hatten eine wundervolle Aussicht über die Berge, Schluchten und Wälder.

   

Nach dreizehn wilden Fahrten war die Tour zu Ende und wir traten die huckelige Autofahrt zurück an. Im Camp angelangt, waren wir sehr hungrig. Der im Preis enthaltene Snack bestand nämlich aus einem Becher viel zu süßem Eistee und einem Keks. Hmmm lecker!!! Deshalb waren wir überglücklich, als wir um sechs Uhr unser sehr verspätetes Mittagessen bekamen. Um acht Uhr abends, drei Stunden später als erwartet, waren wir total müde dann wieder zu Hause. Außerdem dröhnten unsere Ohren, wie nach einer lauten Partynacht, weil die Reibung zwischen dem Seil und der Rolle so laut war. Unser Pläne, am Abend noch wegzugehen, verwarfen wir auch und gingen nur noch schlafen.

 

Als wir Sonntag aufwachten, hatten wir noch keinen konkreten Plan für den Tag, doch das Wetter war schön und so entschlossen wir einen Strandtag einzulegen. Aber das Wetter in Kapstadt war mal wieder sehr sprunghaft und so hatten sich bis nach dem Frühstuck schon viele Wolken am Himmel verbreitet. Wir wollten unseren Strandtag aber nicht ganz verwerfen und gingen schließlich surfen, denn dafür braucht man nicht unbedingt Sonne. Nachdem wir in unseren sehr ENGEN Neoprenanzügen steckten und schon die ersten Verletzen hatten, schleppten wir unser Brett ans Meer und dann fing es auch noch, nach dieser doch immer sehr anstrengenden und nervenaufreibenden Angelegenheit, an zu nieseln. Aber wir waren höchst motiviert und stürzten uns in die hohen Wellen. An diesem Tag klappte das Surfen bei dem ein oder anderen schon etwas besser. Andere wiederum wurden von den Wellen hin und her geschleudert. Nach zwei Stunden Nasenspülung und Rumgerolle in den Wellen waren wir so erschöpft und hatten die Nase voll, sodass wir aufgaben. Wir nahmen eine heiße Dusche, tranken etwas Süßes um den Salzgeschmack loszuwerden und fuhren nach Hause.

Am Abend waren wir zu einem Braai eingeladen, also kauften wir alles ein und bereiteten es vor. Fünf Minuten nachdem alles fertig war, bekamen wir eine SMS, dass der Braai abgesagt wurde, weil mal wieder der Strom abgestellt wurde (es muss ja gespart werden ) und die anderen nicht einkaufen konnten - super. Also machten wir unser Fleisch in der Pfanne. Wir hatten Chicken Wings am Spieß gekauft und als wir sie auspacken sahen wir, dass es wirklich WINGS waren. Man konnte noch erkennen, wo einmal die Federn gesteckt hatten  und das „Fleisch“ bestand zu 95 % aus Knochen. Sonst haben wir an diesem Tag nichts mehr gemacht, außer uns seelisch auf die kommende Arbeitswoche vorbereitet.

 

16November
2014

Bierfest, Stadtbesichtigung und Bergwanderung

Hallo lieber Leserinnen und Leser 

Soooooo lang ist es her und wir haben euch warten lassen, SORRY dafür. Aber um es wieder gut zu machen gibt es jetzt besonders viel Stoff und besonders tolle Abenteuer und Fotos zu lesen und zu sehen .

Am Dienstag war leider der letzte Tag mit Marijn und um ihr einen schönen Abschiedsabend zu bereiten, sind wir mit fast allen Obs-Leuten (wir waren bestimmt 25 Leute) in das Restaurant Cocoa gegangen und haben zusammen Burger, Pizza und Pasta gegessen. Den Abend haben wir in unserer Poolbar ausklingen lassen und wurden wieder einmal von unseren Profi-Pool-Boys unterrichtet. Diesmal hat es wirklich etwas besser geklappt als die letzten Male, yeah.

Unter der Woche war sonst nichts Besonderes, außer dass wir versucht haben unsere Reiseroute für die Zeit nach dem Praktikum zu planen und Zumba - unser neues Hobby.

Freitag war dann endlich das langersehnte BIERFEST. Da es schon um 18 Uhr begonnen hat, haben wir unseren Chef gefragt, ob wir etwas eher von der Arbeit nach Hause gehen dürfen und dieser hat nur „sure“ geantwortet, yes! Er selbst ist auch am Samstagabend dort gewesen und hat sich schon die ganze Woche drauf gefreut. Das Bierfest ist hier sehr berühmt, es „ähnelt“ unserem Oktoberfest, jedoch ist es natürlich längst nicht so groß und wild wie in München. Trotzdem feiern es die Südafrikaner und können es kaum erwarten, sich mit ihren Lederhosen und Dirndls einzukleiden, deutsche Musik zu hören und deutsches Bier zu trinken. Einige Arbeitskollegen sind am Samstag zu dem Bierfest gegangen, da aber unsere Leute alle bereits für Freitagabend Tickets gekauft hatten, sind wir mit ihnen gegangen. Jedoch saßen die Jungs streng getrennt von den Mädels, da wir zu einem anderen Zeitpunkt die Tickets gekauft hatten und anderen Plätzen zugeordnet wurden, naja! Dort angekommen, saßen wir natürlich jeder mit einem Mas an unserem Tisch und haben genau wie die Einheimischen sowohl deutsches, als auch hier gebrautes Bier genossen.

Zum Ende des Abends haben wir ausgelassen mit dem Maß in der Hand getanzt, wobei eine Polonaise über die Tanzfläche natürlich nicht fehlen durfte. Immer als die deutsche Live-Band "Ein Prosit" gesungen hat, haben die Gläser nur so über unseren Köpfen geknallt. Am nächsten Tag haben wir sogar leichten Muskelkater im rechten Arm verspürt, das Maß ist aber auch schwer . Die Magister Jungs hatten alle ein Deutschlandtrikot an, wodurch wir als Deutsche sehr auf der Tanzfläche aufgefallen sind und sogar eine Jägermeisterflasche für unsere tolle Kleidung geschenkt bekommen haben, bzw. die Jungs. Diese war auch innerhalb von 5 Minuten leer . Nur nebenbei, ein Liter Bier hat dort 3.50 Euro gekostet, Eintritt lag bei 10 Euro – das hat sich also gelohnt!

 

Das gute Fest war leider schon um 23 Uhr zu Ende, aber das heißt für uns noch lange nicht, dass der Abend vorbei ist. Vergeblich suchten wir auf der Straße nach einem freien Taxi, da alle bereits vorbestellt waren. Da wir 10 Leute waren, teilten wir uns also einen Minibus (was eigentlich gegen unsere Regel verstößt dieses im Dunkeln zu benutzen – aber es gab keine andere Möglichkeit, dort schnell wegzukommen). Während der Fahrt haben wir den Fahrer so lange bequatscht, bis er uns für 5 Rand mehr pro Person bis vor den Club gefahren hat anstatt zu dem Minibus-Bahnhof in der Stadt. Es war eine ganz spezielle VIP-Minibus-Fahrt mit Stil . Auf der Longstreet sind wir mal wieder im Dubliner gelandet…

 

Am Samstag haben wir nach der langen Nacht erst einmal ausgeschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Veranda haben wir uns doch noch aufgerafft und uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Wir haben uns vorgenommen, ein paar wichtige „Gebäude“ zu besichtigen - wie so richtige Touries eben . Leider waren wir schon zu spät und die meisten Gebäude waren geschlossen. Dennoch haben wir sie von außen besichtigt: das Parlament, das alte Rathaus, Castle of Good Hope, Green Market und die beiden Kirchen (St. George Cathedrale und Groote Kerk), die jedoch auch geschlossen waren. Abends waren wir mal wieder in unserem Lieblings Sushi- und Thai-Restaurant essen - mehr hat der Tag nicht hergegeben, das Wetter war auch nicht so schön.

 

 

Am Sonntag haben wir es nach langem Vorhaben endlich geschafft, in unsere kleine Dorfkirche, direkt bei uns um die Ecke, zu gehen. Um 9 Uhr begann die Messe und sie ging 1,5 Stunden. Die Kirche ist eine Neuapostolische Kirche und somit eine christliche Religionsgemeinstaft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts von Hamburg aus entwickelt hat. Zu ihrer Glaubensanschauung gehört die Erwartung der Wiederkunft Christi in naher Zukunft, das auch wirklich häufig erwähnt wurde. Wir haben sogar eine Taufe mitbekommen, die ohne Taufbecken und Taufpaten durchgeführt wurde. Schon bevor wir die Kirche betreten haben, ist uns ein Unterschied zu den deutschen Messen aufgefallen: Die Menschen waren alle super schick gekleidet, die Männer trugen Anzug mit Schlips, die Frauen hatten hübsche Kleider und hohe Schuhe an, als würden sie auf eine Hochzeit gehen. Wir sind jedoch auch mit unsern Jeans hineingekommen. Schon beim Eintritt in die Kirche wurden wir mit einem Händeschütteln willkommen geheißen und von Innen ertönte der Kirchenchor. Die Kirche ist nicht besonders groß, aber dafür zweistöckig. Die Bänke sind im Halbkreis um den Altar aufgestellt. Die Wände waren weiß-hellblau gestrichen und die Fenster und der Altar etc. nicht sonderlich geschmückt. Auch der Pastor hatte kein liturgisches Gewand an, sondern war gekleidet, wie jeder andere Mann in diesem Raum. Er hat die Kirchengemeinde begrüßt und explizit auch uns, als Besucher (wir sind natürlich wieder als Touristen aufgeflogen...). Während der Messe hat immer wieder der Chor gesungen, mehrstimmig und im Kanon – das war überwältigend und auf jeden Fall Gänsehautfeeling. Nachdem die Hostie verteilt wurde, gingen die Kommonions-Helfer zu den älteren Menschen, die in der Bank sitzen geblieben sind und haben ihnen die Hostie gegeben – hieran sah man wieder, wie hilfsbereit und nachsichtig die Südafrikaner sind. Allgemein war es eine sehr tolle Messe und wir werden auf jeden Fall nochmal hingehen, spätestens an Weihnachten!

Da das Wetter sonnig, jedoch auch windig war, haben wir uns gegen den Strand am Nachmittag entschieden und haben mal in unserm Reiseführer geblättert, was wir sonst noch so Feines machen könnten. Dabei ist uns das Örtchen Kalk Bay ins Auge gefallen, dass als kleines Fischerdörfchen mit einer Promenade mit süßen kleinen Läden und schönen Wanderwegen durch den angrenzenden Table Mountain Nationalpark beschrieben wurde. Also haben wir nicht lange überlegt, nach Zugverbindungen gesucht und noch etwas zu dem Dörfchen mit gerade mal 700 Einwohnern im Internet recherchiert. Da ist uns eine begehbare Höhle (Boomslang-Höhle) aufgefallen, zu der man angeblich hinwandern könnte und die man mit Taschenlampe auf eigene Faust besichtigen kann. Wir, als abenteuerlustige Wanderer, konnten uns diese Höhle natürlich nicht entgehen lassen und suchten einen passenden Wanderweg im Internet, der wie folgt aussah: „Wandern sie von Boyed Drive in Richtung Echo Valley (steiler Anstieg), an der ersten Kreuzung können sie beide Wege gehen. Der linke Weg geht über den Berg Richtung Amphitheater und der rechte Weg geht mit der Sicht zum Meer weiter rechts über den Berg. Wenn sie diesen wählen, wandern sie durch den dichten Wald ‘Spes Bona forest‘ und biegen an der Yellowwood-Baumgruppe links ab. Anschließend biegen sie am nächsten großen hohen Stein wieder links ab, dort befindet sich ein Hinweisschild zur Höhle.“ Super Wegbeschriebung!!! Wir sind natürlich den rechten, längeren Weg gelaufen, da wir auf unserer Wanderung das Meer sehen wollten und dieser Weg durch den Wald führte. Da die Sonne zur Mittagszeit doch mehr schien als am Morgen, waren wir über Schatten sehr erfreut. Natürlich haben wir weder die Yellowwood-Baumgruppe, noch den großen Stein gefunden und uns in den Bergen verlaufen – typisch! Dennoch war der Wanderweg wunderschön, wir konnten die Aussicht und die Natur genießen.

 

...ab diesem Zeitpunkt haben wir die Zivilisation verlassen und uns auf den Weg zum Berggipfel gemacht.... äh wo gings nochmal lang??? 

  

Immer weiter folgten wir den einzigen Pfad, der uns blieb, dieser wurde jedoch immer schmaler und unscheinbarer und wir hatten so langsam das Gefühl, dass wir gleich mitten im Urwald landen...

Als wir dann jedoch in dem Wald ankamen, gab es wieder eine Holztreppe und wir wussten, dass hier schonmal jemand vor uns war, puh! In dem dichten Wald wurde es jedoch auch etwas unheimlich, man hörte die Bäume vom Wind knarren und wir haben uns eingebildet, hinter den hohen Steinen und in den Höhlen, Geräusche zu hören und Schatten zu sehen. Mal wieder hatten wir Angst, von einem wilden Baboons angegriffen zu werden aber natürlich ist nichts passiert!

Wir wanderten den ganzen großen Berg hinauf und waren auf der absoluten Bergspitze. Dort wehte ein unfassbar starker Wind und man konnte das Meer auf der rechten (Meer bei Muizenberg) und auf der linken Seite (Meer bei Hout Bay) sehen - WOW.

   

Zum Glück sind uns ein paar andere Wanderer auf unserem Weg begegnet, die wir nach dem Weg fragen konnten. Diese haben dann unserm Orientierungssinn bestätigt und zeigten uns, welchen Weg wir wieder nach unten nehmen mussten. Aus unserem Weg zurück haben wir dann tatsächlich den „großen Stein“ gesehen (er war wirklich riesig ) und dahinter das Schild zur Boomslang-Höhle entdeckt.

Leider war es durch unseren Umweg schon zu spät, um die Höhle zu erkunden, da wir den letzten Zug im Hellen kriegen mussten. Also wanderten wir den Weg nach unten zurück und merkten uns den Weg für das nächste Mal . Unten angekommen haben wir leider den Zug um einige Minuten verpasst, also setzten wir uns in das nächstbeste Pizza-Restaurant, wo wir eine superleckere Steinofenpizza genossen. (Auf der Speisekarte gab es sogar eine Pizza „Nicoletta“ mit Bacon, Feta und Avo, genau was für unsere Nicoletta ). Wir haben garnicht gemerkt, wie anstrengend die Wanderung war, bis diese unglaublich gutausehende und leckere Pizza vor uns stand und wir sie einfach nur verschlungen haben . Endlich zu Hause angekommen sind wir nach unserer fast vierstündigen Wanderung todmüde und satt ins Bett gefallen. Was ein tolles Urlaubswochenende  !!!

09November
2014

mexikanisches Essen, Fullmoonhike, Aquarium und shopping

Da unsere liebe Marijn uns nächste Woche leider schon verläßt, gingen wir abends mit ihr und Annika in das Restaurant Panchos. Es ist ein super angesagtes mexikanisches Restaurant. Es ist ziemlich schwer dort einen Tisch zu bekommen und man muss lange im Vorraus reservieren. Wir aßen leckere Enchiladas und tranken dazu ein Bierchen. Da der Abend noch jung war, machten wir auf den Weg ins Stones, die Poolbar. Hoch motiviert suchten wir uns einen Tisch, doch trotz vollem Körpereinsatz, flogen die Kugeln durch die Luft oder überall dahin, wo sie nicht hin sollten. Umso größer war der Jubel, wenn dann mal die richtige Kugel reinging und alle haben uns schon echt komisch angeguckt. Das müssen wir also auch noch ein bisschen üben. Im Stones gab es Bier für 10 Rand, was ungefähr 70 cent entspricht. Außerdem probierten wir mal den Springbock Schnaps für 5 Rand aus, dieser besteht aus Pfefferminz Schnaps mit Amarula - klingt echt eklig, war es aber gar nicht und wir wurden positiv überrascht. Nachdem wir für ein Spiel dann fast 1,5 Stunden gebraucht haben ließen wir dann auf dem Balkon der Stones Bar den Abend ausklingen.

 

Am Donnerstag ging es nach dem Zumba mal wieder nach langer Zeit zum Beerpong. Es war jedoch unspektakulär und wir hatten keine Freunde .

Freitag war mal wieder Fullmoon und das bedeutet: Hiking auf den Lion's Head! Dieses Mal wirklich, und den ganzen Tag über gab es keine einzige Wolke, das heißt, die Sicht war perfekt, aber dafür auch ziemlich heiß. Direkt nach der Arbeit haben wir uns die Wanderschuhe angeschnürt und uns mit Annika und Irena auf den Weg gemacht. Anstatt 20 Minuten, haben wir leider eine ¾ Stunde bis zum Berg gebraucht, da zu der Zeit Rush-hour war, und waren deswegen ziemlich spät dran. Bei noch 25 Grad und Sonne haben wir uns zügig auf den Weg gemacht, damit wir pünktlich zum Sonnenuntergang oben sind. Aber leider war es so voll und so heiß, dass wir ab und zu pausieren mussten bzw. anstehen mussten und als die Sonne unterging, waren wir leider zum wiederholten Mal auf der falschen Seite des Berges und haben den Sonnenuntergang somit wieder nicht mitbekommen . Egal – war ja nicht das letzte Mal! Oben angekommen haben wir uns ein gemütliches Plätzchen gesucht und lecker gepicknickt und das schwere Bier im Rucksack geleert. Der Himmel war noch rotorange, als die Lichter begannen zu funkeln. Es war wunderschön! Und als dann endlich der Vollmond hinter den Bergen aufging haben alle Menschen gejubelt, weil er so gewaltig groß und orange war, unglaublich. Er war so groß wie in schlechten Filmen, in denen man denkt, so groß kann der Mond niemals sein – DOCH! Das hat den verpassten Sonnenuntergang wieder gut gemacht .

   

Naja und so haben wir dort oben gesessen und die Aussicht und den Mond genossen und unser mitgebrachtes Abendessen verschlungen… Als wir uns entschieden runter zu gehen, haben wir alle unsere Kopflampen herausgeholt und angeschnallt und sind im Dunkeln wieder den Berg hinunter, was gar nicht so leicht war. Zum Glück war es immer noch so warm und windstill, dass kurze Hose und T-shirt vollkommen ausreichten.

   

Am Auto angekommen sprangen wir alle schnell rein und fuhren los. Aber irgendwas war anders... Es wehte so ein schönes kühles Lüftchen durch das Auto und irgendwann registrierten wir, dass „der Kofferraum nicht richtig zu ist“… bzw. war er komplett offen . Schnell hielten wir an, um ihn zu schließen und fuhren dann Nachhause. Es war ein wunderschöner Abend .

Samstag waren wir den ganzen Tag unterwegs. Angefangen hat der Tag mit einem leckeren Frühstück im Restaurant „Eat on Main“ direkt bei uns um die Ecke. Es gab englische Muffins mit Ei überbacken mit Bohnen und Pilzen oder ein Omelette mit Tomate, Käse und Schinken. Das haben wir uns schmecken lassen. Anschließend ging es zum berühmten Old Biscuit Mill Market etwas shoppen und danach zur Waterfront ins Aquarium. Das haben wir Annika nämlich zu ihrem Geburtstag geschenkt . Wir haben gaaanz viele Fischies, unter anderem auch Nemos und Doris, Haie, Aale, Wasserschlangen, Wasserschildkröten, Rochen, Seesterne, Muscheln, Krebse, Hummern, Seepferdchen, Pinguine, Frösche, Korallen, Anemonen und Algen gesehen . Das Aquarium war wirklich schön aufgemacht, mit „begehbaren“ Aquarien, Selbstauslösefotoapparat, Streichelbecken und vorgeführten Fütterungen – wir haben natürlich alles mitgenommen.

 

       

     

Nach dem Aquarium haben wir direkt nebenan einen neuen Markt entdeckt, mit vielen kleinen afrikanischen Ständen, dort haben wir auch ein wenig geshoppt. Im anschließenden Foodmarket haben wir uns ein leckeres Mittagessen gegönnt und sind schließlich in die Waterfront shoppen gegangen und so war der Tag auch schon um. Abends waren wir auf einen Abschiedsbraai eingeladen und sind zur später Stunde auf die Longstreet gefahren, dort hat nämlich einer von Magister seinen Geburtstag reingefeiert, was wir natürlich nicht verpassen wollten…

Heute war der erste richtige Gammeltag. Nach dem Ausschlafen haben wir draußen auf der Veranda gefrühstückt und die Mittagssonnenstrahlen genossen. Im Verlauf des Tages haben wir nicht viel unternommen, außer Blogeinträge geschrieben und Wäsche gemacht  Gleich bestellen wir Pizza nach hause, dann haben wir das Haus heute keinmal verlassen (außer zum Klopapier und Cola kaufen ). 

Also einen schönen Abend und gute Nacht ♥

02November
2014

Townshiptour und Kitefestival

Am nächsten Morgen ging es schon früh wieder los zum vor langer Zeit geplanten Ausflug nach Khayelitsha. Khayelitsha ist das drittgrößte Township Südafrikas und liegt am Stadtrand von Kapstadt, von uns aus auf dem Weg zum Flughafen. Dieses Township entstand, nachdem 1950 der Group Areas Act erlassen worden war. Dieser verbot es Schwarzen in südafrikanischen Städten zu wohnen. Nach dem Ende der Apartheid 1994 kamen hunderttausende Schwarze aus ländlichen Gegenden in die Stadt, um Arbeit zu finden. Es leben geschätzt 400.000 Menschen in dem Township, davon sind 90 % schwarz und 10 % Coloureds. Die meisten Häuser bzw. Hütten bestehen aus Blech, Holz und Pappe, doch die Regierung versucht durch verschiedene Kampagnen, die Lebensbedingungen zu verbessern.

 

Heute haben fast alle Bewohner fließendes Wasser und Elektrizität, außerdem werden richtige Häuser aus Stein gebaut, wofür es jedoch lange Wartelisten gibt. Unsere Tour ging durch ein besseres „Viertel“ im Township, wo die meisten Häuser aus Stein bestanden. Unsere Tourbegleiterin lebt selbst auch dort. Sie hat uns etwas herumgeführt und uns über das Leben im Township informiert.

Der Tag war wirklich schön und sehr interessant gestaltet. Wir haben mit den Kindern dort einige Spiele gespielt und ein Fußballturnier veranstaltet. Die kleinen Kinder sprechen jedoch isiXhosa bzw. lernen englisch erst in der Schule und somit konnten wir uns leider nicht mit ihnen auf Englisch unterhalten. Aber sie waren so fasziniert von uns, haben unsere Haut und Haare gefühlt und man sah es ihnen an, dass sie noch nicht so oft weiße Menschen gesehen haben. Unsere Kameras waren auch ein Highlight für sie, sie wollten immer selber Fotos machen und sie dann ansehen...

                  

Des Weiteren waren wir bei einer traditionellen Heilerin und uns wurde erklärt, wie sie mit ihren Ahnen kommuniziert und wie sie ihre Heilung durchführt. Sie hatte einen Raum, in dem sie ihre Behandlungen vollzieht, den wir auch betreten durften nachdem sie ihre Ahnen um Erlaubnis gefragt hatte, aber nur ohne Schuhe. Die Heilerin hatte dort viele Kräuter und ihr Zertifikat aufbewahrt.

  

Wir haben in einem Kiosk kalte Getränke gekauft und sind an der einzigen Bar im Township vorbeigefahren, in der abends zusammen Pool gespielt wird. Zum Mittagessen waren wir bei unserm Tourguide eingeladen und es gab traditionelles afrikanisches Essen. Vor dem Essen ist unser Guide mit einer Schüssel voll Wasser rumgegangen, in der wir der Hygiene wegen unsere Hände waschen sollten, wirklich sauber waren sie danach aber nicht... Es gab eine weiße Pampe aus Maismehl, eingelegte Bohnen in Tomaten Soße mit Paprika und Mais, anders zubereitete Bohnen, Salat und ganz viel gegrilltes Fleisch und dicke Würstchen mit gelben Stückchen drin. Das Fleisch und die Bohnen waren ziemlich scharf gewürzt, das Maismehl hat nach nichts geschmeckt und die Wurst war auch nicht so unsers. Die Melone zum Nachtisch war wohl das Leckerste . Aber es war eine super Erfahrung es gegessen zu haben. Wir haben uns noch mit ihrem Bruder und seinen Freunden unterhalten. Sie alle leben im Township und fahren täglich zur Uni um zu studieren und sie sagten, dass sie gar nicht woanders leben wollen, da es ihnen dort gut gefällt.

Am Nachmittag durften wir in eine der Blechhütten gehen. Die Hütte war ungefähr 3 x 4 Meter groß, darin stand ein Schrank, ein Bett, ein Sofa, eine kleine Küchenzeile und ein kleiner Fernseher und gehörte zu einer fünfköpfigen Familie Es war schon erschreckend zu sehen, wie die Menschen darin leben aber auch erstaunlicherweise glücklich sind, dort zu leben…

Kurz vor dem Nachhauseweg sind wir an einen kleinen Schmuck-Shop vorbeigefahren und durften uns sogar  selber Armbänder basteln :)

        

Nach der Township-Tour waren wir Kaffee trinken (der lösliche Kaffee, den es zu Hause gibt schmeckt nämlich nicht sooo überragend und eine normale Kaffeemaschine gibt es in unserer Küche leider nicht) und am Abend haben wir uns mit Annika und Irena auf dem Weg zur Waterfront gemacht und im Steak-House gegessen, hmmmmmm war das lecker . Am 1. November haben wir den ersten Weihnachtsbaum entdeckt. Er war jedoch künstlich und ganz kitschig geschmückt . Den Abend haben wir mit einem Cocktail am Hafen ausklingen lassen...

   

 

 nächster Tag...

Am Sonntag sind wir zum ersten Mal mit einem Südafrikanischen Zug gefahren. Das war schon ein Erlebnis. Der Zug ist ziemlich alt und quietscht schrecklich beim Bremsen und anfahren. Es gibt auch keine Durchsagen oder elektrische Anzeigen, da muss man schon selber aufpassen, dass man seine Haltestelle nicht verpasst.


Wir fuhren bis nach Muizenberg, um da auf das groß angekündigte Kitefestival zu gehen. Dort angekommen realisierten wir, dass es nicht so Strand-Kite-Festival war, sondern eher ein Drachen-Festival für Familien mit Kindern . Es war aber trotzdem ziemlich cool, es gab riesige Drachen, wie zum Beispiel Nemo, einen Schneemann und ein Pferd. Wir haben das Beste raus gemacht. Es gab ein paar schöne Stände, wo wir günstigen Schmuck ergattern konnten und Pia hatte auch sehr viel Spaß in einem Kinderkettenkarussel, dass mit einem alten Knattermotor in Gang gesetzt wurde. Wir haben uns alle ein bisschen in unsere Kindheit zurück versetzt gefühlt. Am besten waren aber die Essensstände. Es gab soo leckeres Essen unter anderem Currywurst, was sich Theresa natürlich gegönnt hat. Außerdem kamen uns unendlich viele Leute entgegen, die frittierte Kartoffelspiralen (Kartoffeln, die um einen Stab gewickelt waren) aßen. Das mussten wir natürlich auch ausprobieren und das Gewürz konnte man auch wählen.

Zur Unterhaltung traten ein paar Bands und eine Bauchtanzgruppe auf. Nachdem die Bauchtanzgruppe fertig war, forderten sie das Publikum auf nach vorne zu kommen, sich das Band um die Hüften binden zu lassen und selbst mal Bauchtanzen auszuprobieren. So in Deutschland wäre das jetzt schief gegangen und du hättest fast niemanden dazu bewegen können, sich vorne zum Affen zu machen. Hier hat man aber mal wieder gemerkt, dass die Südafrikaner in der Beziehung ganz anders sind und einfach Spaß haben wollen. Schwubbs, war die ganze Bühne voll und alle Bänder vergeben und los ging es, angefeuert von dem restlichen Publikum.

Anschließend machten wir uns noch auf den Weg zum Strand, um das schöne Wetter zu genießen. Aber leider war es viel zu windig und nach wenigen Minuten waren wir schon einpaniert . Und es wurde eine riesen Monsterqualle an den Strand gespült , zum Glück ist uns im Wasser noch nie so eine begegnet!!!

 

31Oktober
2014

Picknick auf dem Signal Hill und Halloween

Hallo treue Blogleser :)

Das lange warten hat ein Ende und es gibt endlich den ersten Eintrag im neuen Blog, jippiii:)

Nachdem wir eine wahnsinnige Anzahl von 1320 Besucher auf unserem alten Blog haben, möchten wir an dieser Stelle danke für euer Interesse sagen und wir hoffen, dass wir euch mit unserem Blog ein bisschen an unseren Erlebnissen teilhaben lassen können und ihr weiterhin treu weiterlesen möchtet!

Dienstag war Annikas Geburtstag und sie wollte gerne beim Sonnenuntergang auf dem Signal Hill ein bisschen feiern, bevor am Freitag die große Geburtstags-Halloween-Sause los geht Nach der Arbeit packten wir schnell ein paar Sachen für ein Picknick zusammen und gingen mit unserem Geschenk im Gepäck zu Annikas Haus.Von da aus fuhren wir mit 2 Autos zum Signal Hill. Wir 3 fuhren bei Annikas Mitbewohner Cameron im Jeep mit und bei uns kam Safari Feeling auf .Angekommen auf dem Signal Hill suchten wir uns schnell ein schönes Plätzchen, breiteten unsere Decken aus und begannen mit unserem Picknick. Es waren soo viele Menschen auf dem Signal Hill, die alle mit riesen Kameras ausgerüstet auf den schönen Sonnenuntergang warteten. Nachdem dann die Sonne untergegangen war, verschwanden aber alle von eine Sekunde auf die andere. Wir genossen den schönen Ausblick bei ein paar Gläsern Wein und Annika bekam noch eine super leckere Geburtstagstorte.

     

 

Als es dunkel war zündeten wir zur Feier des Tages Wunderkerzen und kleines Feuerwerk, die wir zuvor im Chinese Shop gekauft haben. Böllern in der Öffentlichkeit ist zwar leider untersagt aber es pausierten gerade 3 Polizisten auf dem Signal die wir zuvor um Erlaubnis gefragt haben und so locker wie sie hier drauf sind, wurde es uns erlaubt. Irgendwann wurde es echt frisch und da es ja auch mitten in der Woche war, flogen wir nachhause .

      wie cool WUNDERKERZEN sein können  

Am Mittwoch war der letzte Abend von unserer italienischen Mitbewohnerin Chiara. Das ganze Blake House kochte zusammen ein leckeres Abendessen. Es gab Fajitas und überbackene Nachos. Das war das erste Mal, dass wir mit fast allen Leuten in der Küche zusammen saßen und bei guter Musik aßen. Wir mussten sogar den Tisch ein bisschen mehr in den Raum schieben, damit alle Platz fanden. Es war echt ein schöner letzter Abend zusammen, auch wenn er ein bisschen traurig war. Ein paar Leute machten sich noch auf den Weg in eine Bar, wir als vernünftige und fleißige Praktikantinnen blieben aber natürlich zu Hause. Der Wecker klingelt ja wieder früh.

Am Freitag waren wir dann auf Annikas Halloween-Geburtstagsparty. Nach der Arbeit haben wir uns also schnell in Schale geworfen und so wurden wir mit unseren günstig ergatterten Accessoires und ganz viel Blut zum Teufel, Fledermaus und Hexe. Zuerst hatten wir etwas Angst, dass wir zu stark verkleidet sind, vor allem nach der Blutdusche, die Nicole uns verpasst hatte. Doch als wir im berühmten Forex zur Geburtstagsfeier ankamen, wurde uns diese Angst genommen. Alle waren super gruselig verkleidet und manche hatten das ganze Gesicht mit Farbe angeschmiert.

       Blakies Gruuuselig 

Obwohl die Musik dort sehr eintönig und nicht so unserem Geschmack entsprach, hatten wir trotzdem einen schönen Abend mit Dracula, Zombie und Co. Die Bar war außerdem schön mit Spinnenweben und gruseligen Bildern geschmückt und man konnte, wie gewohnt, Beerpong spielen. Da wir aber am nächsten Morgen sehr früh zur Township-Tour aufbrechen „wollten“, haben wir die Party auch nicht allzu spät verlassen.

29Oktober
2014

Zweiter Blog

Hallo liebe Blogleser,

wie schön, euch hier wieder zu sehen. Nur zur Information: Das hier ist unser zweiter Blog, da wir die Bilderanzahl im ersten vollkommen ausgeschöpft haben. Falls ihr ältere Blogeinträge lesen wollt, dann hier: http://spiritofadventure.auslandsblog.de/ .